Ein Dorf, das die Eisenbahn groß gemacht hat, in einer Gemeinde, die für ihre Höhlen bekannt ist
Divača ist Hauptort einer ländlichen Gemeinde aus kleinen Dörfern im slowenischen Karst, der Kalkhochfläche, die den Triester Karst jenseits der Grenze fortsetzt. Das Dorf liegt auf 438 m Höhe, und seinen Charakter prägt weniger ein historischer Ortskern als der Verkehr. Bis 1857 die Südbahn zwischen Wien und Triest kam, lebten hier Bauern und Fuhrleute. Der Bahnhof machte Divača zum Knotenpunkt: 1876 kam die Strecke nach Pula hinzu, 1967 die Strecke zum Hafen Koper. Heute hat der Ort auch eine Ausfahrt an der Autobahn A1 zwischen Ljubljana und Koper, und in der Nähe beginnt die A3, die bei Fernetiči/Fernetti zur italienischen Grenze führt.
Einen gebräuchlichen deutschen Namen hat Divača nicht. Auf älteren italienischen Karten steht Divaccia, der Name aus der Zeit der italienischen Verwaltung von 1920 bis 1947; amtlich ist er heute nicht.
Was Besucher herführt, liegt unter der Erde. Die Höhlen von Škocjan unterhalb der Weiler Škocjan und Matavun, südöstlich des Dorfes, stehen seit 1986 auf der Welterbeliste der UNESCO. 1999 wurden sie als erstes unterirdisches Feuchtgebiet in die Ramsar-Liste aufgenommen, und seit 2004 gehören sie zum Biosphärenreservat Karst im UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“. In den Höhlen fließt die Reka durch eine unterirdische Schlucht von bis zu 146 m Höhe, bevor sie im Karst verschwindet. Wieder ans Licht kommt sie an den Timavo-Quellen bei Duino an der italienischen Küste. Unter den ausländischen Besuchern der Höhlen stehen die Deutschen an erster Stelle, vor den Italienern.
Näher am Dorf liegt die Höhle von Divača (Divaška jama), 1884 von Gregor Žiberna entdeckt. Nach örtlichen Quellen besuchte Sigmund Freud die Höhle und war von Žiberna als Führer beeindruckt. Die Stummfilmschauspielerin Ita Rina wurde 1907 in Divača geboren; in einem ehemaligen Fuhrmannsgasthof ist heute ein Museum der slowenischen Filmschauspieler untergebracht. Nach Angaben des slowenischen Statistikamts ist das Dorf im vergangenen Jahrzehnt weit schneller gewachsen als Slowenien insgesamt.


