Eine Fischerstadt, die zum Wohnort wurde
Izola ist eine Stadt, in der gearbeitet wird, kein Ferienort. Der alte Kern steht auf einer ehemaligen Kalksteininsel. Mit dem Festland verbunden wurde sie, als man die Stadtmauern abriss und mit ihren Steinen den Meeresarm auffüllte. Wann das geschah, darüber sind sich die Quellen nicht einig; wir nennen deshalb kein Datum.
Izola wird 972 erstmals urkundlich erwähnt und war von der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis 1797 venezianisch. Aus dieser Zeit stammen der Stadtgrundriss, die Kirche des hl. Maurus und Paläste wie der Palazzo Besenghi degli Ughi (1775–1781), in dem heute eine Musikschule untergebracht ist. Das moderne Izola hat die Industrie geprägt: 1879 eröffnete die erste Fischkonservenfabrik, nach dem Krieg wurden die Konservenfabriken zu Delamaris zusammengeschlossen, und Izola wurde zum Zentrum der slowenischen Fischindustrie. Im Industriegebiet Livade werden heute die Brotaufstriche von Argeta hergestellt.
Der Tourismus kam nach 1960 wieder in Gang, mit der Feriensiedlung in der Bucht Simonov zaliv. Dort liegt eine römische Villa am Meer aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die mit Haliaetum gleichgesetzt wird. Ihre Bodenmosaike sind an Ort und Stelle erhalten; der Tourismusverband bezeichnet sie als die größte Fläche römischer Mosaike in Slowenien. Der Hafen der Villa liegt heute unter Wasser, weil die Küste absinkt und der Meeresspiegel steigt. Durch die Stadt fuhr auch die Schmalspurbahn Parenzana (1902–1935): Ihr Bahnhof steht noch in Livade, die alte Trasse ist heute ein Radweg.
Hier erwartet Sie der Alltag einer Kleinstadt. Den Takt geben der Fischereihafen, die Marina, das Krankenhaus auf dem Höhenrücken und der Markt vor. Die Bevölkerung ist eher alt; die Stadt hat seit 2021 leicht an Einwohnern verloren, während alle Dörfer im Hinterland seit 2011 gewachsen sind. In der Stadt, in Jagodje und in Dobrava ist Italienisch neben Slowenisch Amtssprache, in den Hügeldörfern nicht.


