Eine Salzstadt an der Spitze der Halbinsel
Piran liegt am Ende einer schmalen Halbinsel: eine venezianische Stadt aus engen Gassen, in die Besucher nicht mit dem Auto hineinfahren dürfen. Sie gehörte zur Republik Venedig, bis diese 1797 unterging, und groß geworden ist sie durch das Salz: Ihre Salinen sind seit dem Jahr 804 belegt, und in Lera, im Landschaftspark der Salinen von Sečovlje südöstlich der Stadt, wird das Salz bis heute von Hand geerntet.
Das Zentrum ist der Tartini-Platz, ein Oval über dem einstigen inneren Hafenbecken, das 1894 aus hygienischen Gründen zugeschüttet wurde. Die Bronzestatue des Geigers und Komponisten Giuseppe Tartini, der 1692 hier geboren wurde, steht seit 1896; das Pflaster folgt einem Entwurf von Boris Podrecca aus dem Jahr 1992. Am Platz steht die Benečanka, ein venezianisch-gotischer Palast aus dem 15. Jahrhundert. Auf dem Hügel über den Dächern steht die Kirche St. Georg; ihren Glockenturm, nach venezianischem Vorbild gebaut, krönt eine Figur des Erzengels Michael. Die Türme der Stadtmauer sind zu besichtigen, und der Leuchtturm an der Punta stammt aus dem 19. Jahrhundert und steht auf einer Befestigung von 1617. Einer Überlieferung nach geht der Name auf das griechische pyr, Feuer, zurück: wegen der Signalfeuer, die hier einst brannten.
Der amtliche Name der Gemeinde ist zweisprachig, Občina Piran / Comune di Pirano, und in ihrem ethnisch gemischten Gebiet ist Italienisch neben Slowenisch Amtssprache. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die Stadt überwiegend italienischsprachig; der größte Teil dieser Bevölkerung verließ sie im Jahrzehnt nach 1945, im Exodus der Italiener aus Istrien. Die Italienische Gemeinschaft (Comunità degli Italiani) hat ihren Sitz heute in der Casa Tartini, dem Geburtshaus des Komponisten.
Zum Charakter gehören auch die Nachteile. Die Altstadt verliert seit 2011 Einwohner, während der Rest der Gemeinde wächst, und ihre Bevölkerung ist älter als im Durchschnitt der Gemeinde. Im Sommer füllt sie sich mit Besuchern: Auf die Gemeinde entfällt der größte Anteil der Übernachtungen an der slowenischen Küste, und unter den ausländischen Gästen liegen Österreicher und Deutsche vor den Italienern.


