Ein Ort, der mit seinen Gästen gewachsen ist
Portorož (italienisch Portorose; in der zweisprachigen Gemeinde ist auch dieser Name amtlich) ist der Bade- und Kurort der slowenischen Küste. Er liegt an einer Bucht zwischen der Halbinsel von Piran mit ihrer ummauerten Altstadt und den Salinen von Sečovlje. Mit Rosen hat der Name wenig zu tun: Er geht auf eine Kirche Santa Maria della Rosa zurück, die im 13. Jahrhundert am Meer stand, an einer Stelle, deren genaue Lage heute unbekannt ist; daher der lateinische Name Portus Sanctae Mariae de Rosae.
Der Tourismus begann 1885, als der Piraner Arzt Giovanni Lugnani in einem Teil einer Chemiefabrik versuchsweise ein Kurbad einrichtete. 1897 wurde Portorož offiziell als Kurort anerkannt, und Anwendungen mit Salinenschlamm und Sole gibt es hier bis heute. Das Hotel Palace wurde am 20. August 1910 eröffnet, 1990 geschlossen und 2008 wiedereröffnet; seit Februar 2026 wird es von Minor Hotels geführt, und die Gruppe hat eine Neueröffnung unter neuem Namen angekündigt. Ein Casino gab es schon 1913; das heutige geht allerdings auf eine Wiedereröffnung im Jahr 1964 zurück.
Auf die Gemeinde Piran entfällt der Großteil der Übernachtungen an der slowenischen Küste, und unter den ausländischen Gästen liegen die Österreicher vorn, vor den Deutschen und den Italienern (SURS, 2025). Daraus ergibt sich der Charakter des Ortes: eine flache, von Hotels gesäumte Promenade, ganzjährig geöffnete Thermalbecken, das einzige Restaurant der Küsten-Karst-Region mit Michelin-Stern (COB, Guide 2026) und im Oktober das Festival des slowenischen Films. Daraus ergeben sich auch die Nachteile: Gedränge und Staus im Sommer und ein lautes sommerliches Nachtleben.
Nach Angaben der GURS, der staatlichen Vermessungsverwaltung Sloweniens, werden im Raum Piran–Portorož traditionell die teuersten Häuser der slowenischen Küste verkauft. Das gilt für Häuser, nicht für Wohnungen: Den höchsten Median bei Wohnungen verzeichnete die GURS 2024 und 2025 an einem anderen Ort der Küste.



