Ein Dorf mitten im Landschaftspark
Zwischen Izola und Portorož reißt die Bebauung der slowenischen Küste für ein kurzes Stück ab. Die Straße führt hinab in ein Tal, das sich zu einer kleinen Bucht öffnet. Die Bucht, das Kliff und die Salinen ringsum liegen im Landschaftspark Strunjan, den die Gemeinden Izola und Piran 1990 gegründet haben; eine Regierungsverordnung von 2004 legte seine Grenzen und Schutzvorschriften fest. Der Ort selbst gehört zur Gemeinde Piran; beide Namen, Strunjan und Strugnano, sind amtlich.
Drei Dinge prägen den Ort:
- Das Kliff. Eine bis zu achtzig Meter hohe Flyschwand, die zusammen mit dem vorgelagerten Meeresstreifen ein Naturreservat bildet. Nach Angaben des Parks ist sie der längste naturbelassene Küstenabschnitt zwischen Grado und Savudrija, den beiden Endpunkten des Golfs von Triest. Das Kliff weicht jährlich um etwa einen Zentimeter zurück, stellenweise kommt es zu Steinschlag: Am Wandfuß hält man sich besser nicht auf.
- Die Salinen. Schon die Statuten von Piran aus dem Jahr 1274 regelten sie. Das Salz wird noch heute nach dem traditionellen Petola-Verfahren gewonnen und von Juni bis Mitte September mit Holzgeräten von Hand geerntet; der Park bezeichnet sie als die nördlichsten Salinen des Mittelmeers.
- Die Lagune Stjuža, ebenfalls Teil des Parks.
Über der Mondbucht (Mesečev zaliv) stehen die Kirche Mariä Erscheinung und ihr Kloster: Der Überlieferung nach erschien die Jungfrau Maria in der Nacht zu Mariä Himmelfahrt 1512 Weinbergwächtern. Nach Angaben des Parks wachsen Erdbeerbaum und Myrte hier so weit nördlich wild wie nirgends sonst an der Adria.
Im Sommer geben die Strände und das Thalassozentrum den Takt vor; im Juli und August fährt ein kostenloser Kleinbus durch die Bucht. Außerhalb der Saison wird es ruhig; der Ort feiert seine eigenen Artischockentage und ein Kakifest.


