Auf der einen Seite ein Park, auf der anderen ein Hafen
Ankaran ist die slowenische Seite der Halbinsel von Muggia: ein Streifen aus Flyschklippen, Pinien und Stränden, der von der italienischen Grenze bei Debeli rtič (italienisch Punta Grossa) bis zur Mündung der Rižana reicht, wo die Kräne von Luka Koper beginnen. Es ist der Teil der slowenischen Küste, der Triest am nächsten liegt, und die jüngste Gemeinde des Landes. Ihre Abtrennung von Koper geht auf eine Entscheidung des Verfassungsgerichts vom 9. Juni 2011 zurück; ihre Tätigkeit als eigenständige Gemeinde nahm sie am 1. Januar 2015 auf. Das gesamte Gemeindegebiet ist eine einzige Ortschaft und durchgehend amtlich zweisprachig: Das Statut erklärt es vollständig zum ethnisch gemischten Gebiet, Italienisch ist hier also neben Slowenisch Amtssprache.
Die Geschichte ist älter als die Gemeinde. Es gibt Spuren prähistorischer Wallburgen, römischer Gutshöfe und der Via Flavia, der Römerstraße von Triest nach Pula; 2002 kam an der Kreuzung Bivje ein Stück römisches Straßenpflaster zum Vorschein. Um 1100 errichteten Benediktiner aus San Nicolò del Lido das Kloster St. Nikolaus (Sv. Nikolaj). Die Republik Venedig hob es 1774 auf, die Familie Madonizza aus Koper machte daraus einen Sommersitz; heute ist darin das Hotel der Ferienanlage Adria untergebracht. Am 21. Dezember 1909 eröffnete in Valdoltra ein Seehospiz für Kinder mit Knochentuberkulose; daraus ist die heutige orthopädische Klinik hervorgegangen. Nach 1945 stand Ankaran unter jugoslawischer Militärverwaltung, von 1947 bis 1954 lag es in der Zone B des Freien Territoriums Triest. Nach dem Krieg wuchs der Ort als Arbeitersiedlung, während auf der anderen Seite der Bucht der 1957 gegründete Hafen von Koper Gestalt annahm.
Ehrlich zusammengefasst hat Ankaran zwei Gesichter. Der Westen ist grün und geschützt: Der im Juni 2018 eingerichtete Landschaftspark Debeli rtič umfasst die Landzunge zwischen den Buchten von Valdoltra und Sv. Jernej sowie einen Meeresstreifen, insgesamt 340 ha, davon 160 ha Meer. Das Zentrum und der Osten blicken über die Bucht auf den Hafen.


